Chaos

Ein Pillow Talk von Paula.

Manchmal fühlt sich mein Leben an, als würde ich beim Autofahren die Augen zumachen und einfach hoffen, dass ich keinen größeren Unfall baue. 

Ich bin eigentlich ein sehr verkopfter Mensch, aber wenn große Entscheidungen anstehen, sage ich mir manchmal gerne: Fuck it! Und mache einfach. Und dann blicke ich einige Zeit später wieder auf mein chaotisches Leben und frage mich: Was hab‘ ich mir dabei eigentlich gedacht? 

Manchmal wäre ich gerne einer dieser gut sortierten, geordneten Menschen, bei denen Pläne so laufen, wie sie mal gedacht waren. Die Tage eine Struktur haben und die Wohnungen aufgeräumt sind. Bei denen alles seinen Platz hat. Einer dieser Menschen, die ihre To Do Listen nicht nur schreiben, sondern tatsächlich abarbeiten.

Während ich hier sitze und diesen wirren Text schreibe (statt mich weiter an meine Bachelorarbeit zu setzen), blicke ich mich in meinem Zimmer um: Vor mir eine Kaffeetasse, die den verpassten Schlaf ausgleichen soll. Hinter mir die Taschen vom letzten Wochenende, die ich immer noch nicht geschafft habe, auszuräumen. Um mich herum, Klamottenberge und Zettel mit Tagesplänen, an die ich mich eh nicht halte. Chaos.

In letzter Zeit war ich ständig abgenervt davon, dass ich wieder mal zur Bahn sprinten musste, weil ich die Zeit vergessen hatte. Oder davon, dass ich mich schon wieder dabei erwischte, neue Pläne zu schmieden, wo ich doch eigentlich mehr als genug zu tun hatte. Davon, dass ich im Slalom durch meinen Alltag schliddere, statt einfach mal geradeaus zu fahren. Chaos kann ganz schön stressig sein.

Aber ich mag Chaos. Mein ganz persönliches Chaos. In meinem Zimmer und in meinem Leben. Auf die schönsten Straßen bin ich abgebogen, wenn ich das Steuer losgelassen und blind darauf gehofft hab, nicht vor einen Baum zu rasen. Hat natürlich nicht immer geklappt. Blechschaden gehört eben auch dazu. 

Für mich bedeutet Chaos Freiheit. Die Freiheit, die Wohnung verlassen zu können, auch wenn ich nicht aufgeräumt habe. Die Freiheit, in meiner ganz eigenen Zeitzone zu leben. Die Freiheit, nicht nach Navi zu fahren. Die Freiheit alte Straßen zu verlassen und neue zu entdecken. Unterwegs das Ziel zu ändern oder spontan anzuhalten. Oder mich gekonnt zu verfahren. 🙂

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