El Arte no se valora

Ich bin für eine Weile in Costa Rica und helfe hier in einem Zirkusprojekt. Wieso, weshalb, warum ist für die allermeisten wohl weniger interessant, deswegen skippe ich diesen Part und komme direkt zum Thema dieser Kolumne: Kunst. 

Während ich in meiner Bubble zuhause vor allem mit Menschen zu tun habe, die studieren oder in einem Ausbildungsberuf arbeiten, bin ich hier täglich umgeben von Künstler*innen:

Mono, der wenn die Ampel auf Rot springt, mit seinem Einrad und seinen Jonglage-Keulen in die Mitte der Kreuzung tänzelt und sich damit ein paar Colones verdient. …

Da müsste Musik sein

Ich gehe an einem Mann mit langen Rastas vorbei, der allein auf einer Bank sitzt. Vor sich eine riesige JBL Box. Lauter Raggae tönt mir entgegen. Ein breites Lächeln im Gesicht. Als nächstes eine Gruppe Jugendlicher, die ihre Musik direkt vom Handy spielt. Das, was mir dort in schrecklicher Ton-Qualität entgegenscheppert, klingt verdächtig nach Deutsch-Rap. Wenige Meter weiter eine Bar, die einen meiner Lieblingstracks von Klangkarussel spielt. „Dancin‘ to the sun“ in Endlosschleife. „Da müsste Musik sein!“, denke ich. Nicht nur abends am Kanal, sondern auch in den Unis und Bürogebäuden dieser Stadt. Noch eine Woche zuvor war ich auf den Kanaren im Urlaub gewesen. Dort konnte ich kaum einen Schritt gehen, ohne dass mich rhythmischer Reggaeton aus großen, kleinen, lauten oder leisen Boxen verfolgte.