Quality Time

„Wenn ich meine Termine nicht nach seinem Kalender richten würde, würden wir uns gar nicht mehr sehen“, beschwerte sich letzte Woche eine Arbeitskollegin bei mir. Ihr Freund sei momentan so in seine Arbeit vertieft sei, dass die gemeinsame Zeit viel zu kurz kommen würde. „Und gleichzeitig fühle ich mich total anhänglich, wenn ich ihn bitte, sich mehr Zeit zu nehmen. Als würde ich klammern.“

Kommt euch bekannt vor? Mir schon: In meinem Freundeskreis, in meinen eigenen Beziehungen und in Büchern ist mir die dahinterliegende Frage schon häufig begegnet: Warum haben Er und Sie* oft unterschiedliche Vorstellungen davon, wie viel Quality Time zu zweit eine glückliche Beziehung braucht?

Radikalisiert euch!

Bei diesem Ausruf erscheinen vor meinem inneren Auge steineschmeißende Demonstrant*innen, Bengalos oder gar Salafist*innen mit Sprengstoffgürtel. Doch wenn ich hier von „radikalisieren“ rede, dann meine ich etwas anderes: Radikal kommt von radix aus dem Lateinischen. Das bedeutet Wurzel. Man kann „radikal“ nicht nur mit „rücksichtslos“ , sondern auch „vollständig“ oder „gründlich“ übersetzen. Von diesem Wortursprung ausgehend, ist eine radikale Position also eine, die ein Problem von Grund auf betrachtet. Es von der Wurzel aus angeht. Also erneut: „Radikalisiert euch!“