Weckrufe

Wir fairschreiben uns kritischen Themen.

Sich zwischen gemütliche Kissen kuscheln zu können ist schön – und ein Privileg. Wir wollen Verantwortung übernehmen und es zur Aufgabe dieses Blogs machen, auch ungemütliche Themen in unseren Pillow Talks anzusprechen. Ob Sexismus, Klimawandel oder Rassismus:

Wir möchten diejenigen aufwecken, die Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit bisher verschlafen haben.

Amazon – Günstig um jeden Preis?

Bei Amazon zu bestellen ist in vieler Hinsicht eine Konsumsünde – keine Frage. Doch wenn ich mich wieder mal nicht rechtzeitig um Papas Geburtstagsgeschenk gekümmert habe, rede ich mir ein, dass es ein Notfall ist und bestelle erleichtert ein Buch, das noch am nächsten Tag ankommt. Den Adapter, den ich für mein Handy brauche, bestelle ich gleich mit – unnötig dafür extra loszugehen und außerdem gibt es ihn bei Amazon mit Abstand am günstigsten.

Ich weiß, dass es vielen Menschen wie mir geht. Eigentlich wollen wir faire Kaufentscheidungen treffen, doch nicht zu selten siegt die Bequemlichkeit oder der Geiz. Ich möchte niemandem einen Vorwurf machen, der*die bei Amazon bestellt, weil am Ende des Monats jeder gesparte Euro zählt. Aber für mich persönlich gilt: Obwohl ich als Studentin das Geld nicht gerade zum Fenster rausschmeißen kann, würden mir fünf Euro mehr für den Handyadapter nicht wehtun. Vielleicht müsste ich auf ein überteuertes Glas Wein verzichten. Ein Preis, den ich bereit bin zu zahlen, um in einer faireren und nachhaltigeren Welt zu leben.   Damit meine Bequemlichkeit es in Zukunft schwerer hat, habe ich mir noch einmal vor Augen geführt, welche Welt ich durch jede Amazon-Bestellung mitfinanziere: 

Ein Pillow Talk von Paula

Beitrags-Archiv


Support von Außen

Pride Month ist vorbei und mein Nachbar von Gegenüber hat allen Ernstes die Regenbogenfahne an seinem Balkon wieder gegen die seines Lieblingsfußballvereins eingetauscht. Naja, das war immer noch besser als nichts, denke ich mir.

Ich bin eine weiße, heterosexuelle Cis-Frau aus einem finanziell stabilen Akademiker*innen-Haushalt. Keine Einschränkungen. Keine Erkrankungen. Die Liste meiner Privilegien zieht sich vielleicht nicht ins Unendliche, aber die paar Steine auf meinem Weg sind definitiv eher Kiesel als Felsen.

Selfcare is(n’t) selfish?

Spätestens seit dem Lockdown hat der Selfcare-Hype auch die Letzten erreicht. Selfcare war quasi das Traveln der Pandemie-Zeit: Yoga. Meditieren. Mindfulness. Me-Time. Alles getreu dem Motto „Focus on yourself“. Ich frage mich manchmal, ob unsere Generation nicht ohnehin schon selbstzentriert genug denkt und vor lauter Selfcare das Füreinander etwas kurz kommt…

Mücken und Starrer

23 Grad und Sonne. Das perfekte Wetter, um Laptop und Uni-Bücher mal wieder in den Park mitzunehmen. Nach Monaten, in denen ich größtenteils meine eigenen vier Wände angestarrt habe, genieße ich es draußen zu sein, ein bisschen Wind abzubekommen und ein paar Menschen um mich zu haben. Ganze 5 Minuten fühle ich mich entspannt und zufrieden – bis der Mann ein paar Meter weiter dann anfängt Fotos zu machen. Von mir.

Anti-Produktivitätswahn

Im ersten Lockdown gingen gefühlt gleichzeitig mit den Corona-Fällen die Anzahl der Motivations-Posts in die Höhe. „Jetzt hast du die Zeit, deine Projekte zu verwirklichen und all das zu tun, was du vorher nie geschafft hast.“ Blabla. Ah okay, das war jetzt das Jahr, in dem ich mich verwirklichen sollte? Schade, hat leider nicht so wirklich funktioniert. Der Roman, den ich seitdem schreiben will, ist noch nicht länger als eine Seite. Der Produktivitätswahn hat bei mir nichts anderes ausgelöst als Druck.

Zeit zu beichten

Mit einer Sünde ist zwar ursprünglich eine Handlung gemeint, mit der man gegen ein religiöses Gebot verstößt, doch wir haben den Begriff auch in unsere Alltagssprache übernommen. „Es ist eigentlich eine Sünde, Fast Fashion zu kaufen“, aber trotzdem laufen wir glücklich mit vollen Tüten aus Läden, deren Name aus zwei Buchstaben und einem & besteht. Obwohl ich weiß, dass Menschen unter den grauenvollsten Arbeitsbedingungen für einen Hungerlohn mein neues Shirt genäht haben, konnte ich nicht widerstehen. Ich hatte schließlich noch keins in dem Farbton. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen.

Menschen haben seit Anbeginn der Zeit gelogen, betrogen, gestohlen. Doch ich glaube, wir sündigen heute so viel wie nie zuvor.

Weltschmerz

Die letzten Wochen waren wieder heftig. Genau genommen passieren ja leider jede Woche unglaublich schreckliche Dinge weltweit, doch ab und zu ergreifen uns die Geschehnisse eben besonders. Dann gehen Bilder um die Welt und das Schicksal betroffener Menschen geht uns nah. Da gucken wir Nachrichten, fühlen uns hilflos, weinen vielleicht. Da sind wir verständnislos dafür, wie wir in unserer heilen Bubble nahezu ungestört leben können, wenn außerhalb alles zerfällt.

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